Der Klosterpark: vom Hortus conclusus zum einladenden Arboretum
Das Klostergut Paradies wurde 1253 von den Grafen von Kyburg gestiftet und gehörte dem Klarissenorden an. Der ummauerte Garten bildete für die Nonnen die Grenze zur Aussenwelt und diente als Ort für Küchen- und Heilkräutergärten sowie Obst- und Gemüsegärten, deren Pflege Teil der täglichen klösterlichen Pflichten war. Die heutige Gartenmauer stammt aus der Zeit des Wiederaufbaus des Klosters nach dem grossen Brand von 1587. Nach der Aufhebung des Konvents 1836 war das Ensemble vor allem ein Gutsbetrieb. 1918 erwarb die Georg Fischer AG (GF) in Schaffhausen das Klostergut Paradies mit den umliegenden Ländereien. Mitte des 20. Jahrhunderts gestaltete GF den fast perfekt quadratischen Raum neu, indem sie landwirtschaftliche Gebäude abriss, einen Park anlegte und ein Arboretum pflanzte. Mit sechzig Baumarten aus der gesamten nördlichen Hemisphäre, von Amerika bis Japan, beherbergt das Klostergut heute einen einzigartigen Baumbestand und bietet nach wie vor die kontemplative Ruhe, die schon im 13. Jahrhundert gelebt wurde.