Über diesen Baum
Der in den zentralen Vereinigten Staaten beheimatete Gymnocladus dioicus ist ein einzigartiger und auffälliger Laubbaum, der bis zu 25 Meter hoch wird. Er zeichnet sich durch grosse, doppelt gefiederte Blätter aus, die bis zu 90 Zentimeter lang sind und ihm ein tropisches Aussehen verleihen. Die Blätter treiben spät im Frühjahr aus und färben sich im Herbst leuchtend gelb. Der Baum ist zweihäusig, mit männlichen und weiblichen Blüten auf getrennten Bäumen, die beide weissgrün sind und im späten Frühjahr erscheinen. Weibliche Bäume produzieren grosse, dunkle Samenkapseln, die den Winter über bestehen bleiben können. Obwohl die Samen roh giftig sind, rösteten die amerikanischen Ureinwohner sie einst, um einen koffeinfreien Kaffeeersatz herzustellen – daher der Name «Kaffeebaum». Er besitzt eine grobe Wintersilhouette, eine raue, graue Rinde und ist tolerant gegenüber Trockenheit, Verschmutzung und schlechten Böden, wodurch er sich gut für städtische Umgebungen eignet. Sein Blätterdach spendet leichten Schatten, sodass Gras und Unterholz gedeihen können. Obwohl er von Wildtieren nicht häufig genutzt wird, werden seine Samen gelegentlich von Eichhörnchen und Rehen gefressen. Eine ungewöhnliche Tatsache: Trotz seiner nordamerikanischen Herkunft gilt der Kentucky-Kaffeebaum als «Reliktart» mit wenigen wildlebenden Populationen und einer mysteriösen Evolutionsgeschichte. Er wird oft als winterharte, pflegeleichte Zierpflanze in Städten gepflanzt.