Über diesen Baum
Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Kleinasien und ist ein stattlicher Laubbaum, der heute in ganz Europa weitverbreitet ist. Er erreicht eine Höhe von bis zu 35 Metern und ist sofort an seinen grossen, handförmigen Blättern mit fünf bis sieben Fiederblättchen zu erkennen. Im späten Frühjahr bildet er hohe, aufrecht stehende Blütenrispen mit weissen Blütenblättern und gelbrosa Markierungen, die Bienen und andere Bestäuber anziehen. Die Blütenpyramiden und die beeindruckende Statur haben ihn in Parks und entlang von Strassen beliebt gemacht. Die dichte Krone bietet Vögeln reichlich Nistplätze, während die grossen Blätter Beute von Miniermotten werden können, deren Raupen dazu führen, dass die Kastanienblätter vorzeitig braun werden und herbstlich aussehen. Trotz seiner Anfälligkeit gefährden die Blattparasiten das Überleben des Baumes nicht. Der Baum ist besonders trockenheitsempfindlich, wobei eine frühe Braunfärbung der Blätter als Indikator für ein trockenes Jahr dient. Im Herbst bildet der Baum grosse, stachelige Samenkapseln (Burrs) mit zwei bis drei glänzenden braunen Samen, die als Kastanien bekannt sind. Obwohl sie leicht giftig sind, werden sie für Spiele und Dekorationen gesammelt und wurden in der Vergangenheit geschält und zerkleinert, um eine Art Seife herzustellen. Auch verwendete man sie nach dem Auslaugen der Giftstoffe als Futtermittel. Im Gegensatz zu anderen Kastanienarten ist das Holz der Rosskastanie leicht und nicht sehr haltbar, wird aber gelegentlich zum Schnitzen verwendet.