Erzählzeit 2026

Die Berliner Autorin Mirna Funk war mit ihrem Buch «Balagan» im Klostergut Paradies zu Gast

Im Rahmen der literarischen Veranstaltungsreihe «Erzählzeit» las Mirna Funk vor rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern aus ihrem neuesten Roman «Balagan», der Märchen, Thriller und Roadmovie zugleich ist. Der Titel gibt eine klare Richtung vor: «Balagan» ist Hebräisch und bedeutet Chaos. «Es gibt keine Erlösung, sondern immer nur das Chaos», erklärte Funk die Essenz des Buchs. Mit Präsenz und sichtbarer Freude am Erzählen führte sie das Publikum in die Welt ihres Romans, der Identität, jüdisches Leben, Traumata, Gerechtigkeit, Familiengeschichte und gesellschaftliche Konflikte kunstvoll verwebt. Zudem gewährte die Autorin aufschlussreiche Einblicke in ihre Arbeitsweise. Zentral dabei ist die Verbindung einer konzeptuellen Herangehensweise und einer Art Method-Writing. Dabei taucht sie tief in die Zustände und Lebenswelten ihrer Protagonisten ein, um ihnen grösstmögliche Authentizität zu verleihen. Die Lesung war nicht nur literarisch, sondern auch dialogisch reichhaltig gestaltet. Zwischen den einzelnen Lesesequenzen ermöglichten die Gespräche zwischen Mirna Funk und der Moderatorin Franziska Eggimann, Geschäftsführerin der Stiftung Eisenbibliothek, ein vertieftes Verständnis der im Buch behandelten Themen. Manchmal mit Witz, aber auch der gebotenen Ernsthaftigkeit, bot der Dialog dem Publikum zusätzliche Perspektiven auf Figuren, Motive und Entstehungsprozesse.

Die historische Atmosphäre des Klosterguts Paradies erwies sich als idealer Rahmen für die Lesung. Viele Besucher äusserten nach der Veranstaltung ihre Begeisterung und nutzten beim anschliessenden Apéro die Gelegenheit, ein signiertes Buch mitzunehmen oder persönliche Eindrücke mit der Autorin auszutauschen. Mit dem Abend von Mirna Funk setzten die «Erzählzeit» und die Eisenbibliothek, als Veranstalterin der Lesung, ein literarisches Highlight und zeigten, wie Gegenwartsliteratur in der Region lebendig erlebbar wird.