Erzählzeit 2017

Flurin Jecker las aus seinem literarischen Debüt «Lanz»

2017 war die Lesung im Rahmen des Literaturfestivals «Erzählzeit ohne Grenzen» rege besucht. An die 100 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer fanden ihren Weg ins Klostergut Paradies. Begonnen hatte der Abend mit einer Führung durch die Eisenbibliothek, an der 45 Personen teilnahmen. Die anschliessende Lesung von Flurin Jecker sorgte bei der Zuhörerschaft für Schmunzeln und den einen oder anderen Lacher. Flurin Jeckers Werk «Lanz» hat mit seinem jugendsprachlichen Jargon der historischen Räumlichkeit – dem Refektorium des Klosters Paradies – einen Hauch Jugendlichkeit verliehen und auch bei der Zuhörerschaft eine vitalisierende Wirkung gezeigt: Nach der Lesung wurde beim Apéro noch lebhaft über Jeckers Werk diskutiert oder einfach gemütlich bei einem Glas Wein geplaudert. Dieser Abend der «Erzählzeit» war ein Abend mit Erzählwert!

Wir danken Flurin Jecker und dem Moderator Georg Freivogel für die gelungene Veranstaltung!

 

Flurin Jecker und «Lanz»

Flurin Jecker, 1990 in Bern geboren, studierte Informatik, Mathematik und Biologie, bevor er 2013 das Studium in Literarischem Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel begann. Während seiner Studienjahre schrieb er einen Blog. «Lanz» ist Flurin Jeckers Abschlussarbeit am Literaturinstitut und auch zugleich sein erster Roman. Flurin Jecker hat im Klostergut aus seinem Debütroman vorgelesen – eine Geschichte über einen Jungen, der vieles hat und dem doch das Wichtigste fehlt.

In einer Projektwoche soll der 14-jährige Lanz einen Blog schreiben. Erst sträubt er sich, doch dann breitet er rückhaltlos sein Leben aus: die seit der Trennung der Eltern gespaltene Familie, die Kompliziertheit zweier Zuhause, die Ödnis seiner Kindheit in einem Dorf in der Schweiz, seine Probleme mit dem Erwachsenwerden. Und dann sind da noch die misslungenen Annäherungsversuche an Lynn, derentwegen er sich überhaupt erst für den Blogger-Kurs angemeldet hat.

Mit einem unwiderstehlichen Sog erzählt Flurin Jecker in seinem Debütroman von einem Jungen, der die Zumutungen der Welt kommentiert, und das in einer eigenwilligen und wuchtigen, restlos glaubwürdigen Sprache.