84/2012

Wasserversorgung  

Inhaltsübersicht

Böspflug, Katja: Geister, Drachen, Ungeheuer. Eine Ausstellung der Eisenbibliothek

Katja Böspflug

Geister, Drachen, Ungeheuer
Eine Ausstellung der Eisenbibliothek

Am 23. Oktober 2011 lud die Eisenbibliothek im Rahmen eines Tages der offenen Tür mit einer Sonderausstellung zum Thema «Geister, Drachen, Ungeheuer» dazu ein, die Welt der Fabelwesen zu entdecken. Begegnungen mit Berggeistern, Berichte über Drachensichtungen sowie Teufelssagen und Beschreibungen verschiedener Meeresungeheuer finden sich zahlreich in den Büchern im Bestand der Eisenbibliothek, vom 16. bis hinein ins 20. Jahrhundert.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

Ghosts, dragons, monsters
An Exhibition of the Iron Library

On 23 October 2011 the Iron Library opened its doors to a special exhibit called „Ghosts, Dragons, Monsters”, inviting visitors to discover the world of mythical creatures. Encounters with mountain spirits, reports on dragon sightings as well as legends of the devil and stories involving a variety of sea monsters can be found in numerous books in the Iron Library’s collection, dating from the 16th to 20th century.

Dinçkal, Noyan: Schlusskommentar

Noyan Dinçkal

Schlusskommentar/Final Comment

Wasserversorgung als historiographische Herausforderung / Water Supply as a Historiographical Challenge

 

Ebner, Romana: Die Wasserversorgung und -entsorgung der Stadt Salzburg in der frühen Neuzeit

Romana Ebner

Die Wasserversorgung und -entsorgung der Stadt Salzburg in der frühen Neuzeit

Die Grundlage der frühneuzeitlichen Wasserversorgung Salzburgs wurde mit dem Bau des Almkanals, einer Meisterleistung der Ingenieursbaukunst, bereits im Mittel alter gelegt. Steigende Einwohnerzahlen, ein wachsendes Gewerbe sowie höhere Hygieneansprüche forderten in der frühen Neuzeit einen Ausbau des künstlichen Kanalsystems, den Bau von Grundwasserhebewerken sowie die Zuleitung von Quellwasser mittels Rohrleitungen in die Stadt. Die Errichtung und vor allem die kosten intensive Instandhaltung von Wasserzuleitungen und Hausanschlüssen liessen Wasser im 17. Jahrhundert zum kostspieligen Konsumgut werden. Die Vulnerabilität der Wasserversorgung zeigte sich vor allem in Elementarereignissen, die eine latente Gefahr für die Lebensader der Stadt darstellten.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

Water supply and disposal in the city of Salzburg in the early modern period

The foundation for the early modern water supply of Salzburg was already laid in the Middle Ages with the building of the Almkanal (alpine canal), a striking achievement of architectural engineering. A growing population, increasing trade and higher hygienic requirements called for an expansion of the man-made canal system, construction of groundwater pumping stations as well as piping systems to supply the city with spring water. Construction and especially the cost-intensive maintenance of water supply lines and house connections led to water becoming an expensive consumer good in the 17th century. The vulnerability of the water supply could be seen mainly in events of nature that posed a latent risk for the lifeline of the city.

Esser, Katja: Die Wasserverhältnisse Aachens während des 19. Jahrhunderts

Katja Esser

Die Wasserverhältnisse Aachens während des 19. Jahrhunderts

Der vorliegende Aufsatz dokumentiert am Beispiel der Stadt Aachen die Wassernutzung in einer Stadt des 19. Jahrhunderts, in welcher bereits seit Jahrhunderten das Thermalquellwasser zu Kuranwendungen und das Bachwasser zur Wolltuchherstellung genutzt wurde. Die aus reichsstädtischer Zeit stammende Kanalisation einerseits und die Trinkwasserbeschaffung mittels Senkbrunnen in den Hinterhöfen andererseits waren so lange als bequeme Provisorien in Benutzung, bis in den 1860erJahren unhaltbare hygienische Zustände entstanden. Die Erfahrung aus mehreren Choleraepidemien und die Kritik von Ärzten und Wissenschaftlern an der Unkenntnis der Stadtverwaltung über ihre eigenen Boden- und Grundwasserverhältnisse waren die Basis zur Schaffung einer Trinkwasserzuleitung und einer modernen Kanalisation und Kläranlage ab 1880. In vielen europäischen Städten entstand damals das moderne Versorgungsnetz, wie wir es heute kennen.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

Aachen's water conditions during the 19th century

A closer look at the city of Aachen reveals how water was used in a 19th century city in which thermal spring water had already been used for centuries to cure ailments while river water was used extensively by the textile industry. Both the sewer system, which dated back to the age of imperial cities, and the procurement of potable water by means of open wells in back courtyards were tolerated as convenient temporary arrangements until the 1860s when the hygienic conditions became insupportable. Experience gleaned from several cholera epidemics and criticism from doctors and scientists on the ignorance of the municipal authorities regarding their own soil and groundwater conditions led to the creation of a drinking water pipeline and a modern sewage system and treatment plant from 1880 onward. During this period, the modern supply network, as we know it today, emerged in many European cities.

Gottwaldt, Alfred: Wasserversorgung der Eisenbahnen

Alfred Gottwaldt

Wasserversorgung der Eisenbahnen

Dampflokomotiven der Eisenbahn benötigten Wasser in grossen Mengen. Wassermangel und schlechte Wasserqualität schufen Probleme im Bahnbetrieb. Dazu wurden eine riesige Infrastruktur und technische Sonderlösungen geschaffen, die heute wieder überflüssig sind.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

The water supplies of the railways

Steam locomotives required water in large quantities. Water shortage and poor water quality thus had significant consequences in railway operations. This resulted in the necessity of a huge infrastructure and special technical solutions that are superfluous today.

Grewe, Klaus: Wasser für Roms Städte. Neue Forschungsergebnisse zum römischen Aquäduktbau

Klaus Grewe

Wasser für Roms Städte
Neue Forschungsergebnisse zum römischen Aquäduktbau

Ingenieurbauten wie Strassen, Brücken und Wasserleitungen dienen keinem Selbstzweck! Um Grossbauten dieser Art in Planung nehmen zu können, mussten deshalb immer drei Grundvoraussetzungen zusammenkommen: Für das Bauwerk musste ein Bedarf bestehen, ein mächtiger Bauherr mit den erforderlichen finanziellen Mitteln musste bereitstehen, und nicht zuletzt bedurfte es eines Fachmanns für die Lösung der technischen Probleme. Diese Planungsprinzipien galten natürlich und besonders auch für Bauwerke von der Grössenordnung römischer Fernwasserleitungen – und sie gelten eigentlich auch heute noch.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

Water for Rome's Towns
New research results on Roman aqueduct construction

The engineering of large structures such as roads, bridges and water pipelines is not an end in itself! Hence, three basic conditions had to be fulfilled before such large projects could go into planning: There had to be a demand for the construction, a powerful client with the financial means and, last but not least, a professional to solve the technical problems. Naturally, these planning principles were also applied to the building of large projects like the Roman aqueducts – and, in fact, they still apply today.

Gröbli, Roland: 10 Jahre Clean Water Stiftung ...

Roland Gröbli

10 Jahre Clean Water Stiftung
Das nachhaltige Jubiläumsgeschenk der Georg Fischer AG zur 200-Jahr-Feier

2002 durfte Georg Fischer das 200-jährige Bestehen des Unternehmens feiern. Auf Antrag von Martin Huber, damals Präsident der Konzernleitung, und von Ernst Willi, damals Leiter des Konzernstabes Unternehmensentwicklung, entschied der Verwaltungsrat, auf eine Jubiläumsdividende zu verzichten und stattdessen die Jubiläumsstiftung der Georg Fischer AG zu gründen. Die neue Stiftung stattete er – unter Verzicht auf eine Jubiläumsdividende von einem Franken pro Aktie – mit einem Startkapital von CHF 3,5 Mio. aus.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

10 years of the Clean Water Foundation
The sustainable anniversary gift by Georg Fischer AG for the 200th anniversary celebrations

In 2002 Georg Fischer celebrated its 200th anniversary. At the request of Martin Huber, then President and CEO, and Ernst Willi, then Head of Corporate Development, the Board of Directors elected to waive an anniversary dividend and instead created the Bicentenary Foundation of Georg Fischer AG. The new foundation was provided with a starting capital of CHF 3.5 million, representing the waived anniversary dividend of one franc per share.

Hascher, Michael: «Zur Not ko mr’s trenka!». Wasserversorgung und Aufbereitungstechnik in Stuttgart im 19. und 20. Jahrhundert

Michael Hascher

"Zur Not ko mr’s trenka!"
Wasserversorgung und Aufbereitungstechnik in Stuttgart im 19. und 20. Jahrhundert

Das 1998 stillgelegte Wasserwerk Stuttgart-Berg dokumentiert als materielle Quelle wichtige Phasen der Entwicklung der Trinkwasseraufbereitung im 19. und 20. Jahrhundert. Seine Funktion war die Aufrechterhaltung der Wasserversorgung mittels Aufbereitung von Flusswasser bis zum Zeitpunkt, als die Stadt zufriedenstellend mit Fernwasser von Alb und Bodensee versorgt wurde. Der Beitrag versucht, diese Quelle mit Hinweisen auf Literatur und inhaltliche Kontexte aufzubereiten und weitere Forschungsarbeiten anzuregen.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

«Zur Not ko mr’s trenka!» (It can be drunk in an emergency)
Water Supply and Treatment Technology in Stuttgart in the 19th and 20th Centuries"

The Stuttgart-Berg waterworks, shut down in 1998, are a material source, documenting the key developmental phases of potable water treatment in the 19th and 20th centuries. Its function was to ensure the supply of water by treating river water until which time the city could be adequately supplied from long-distance sources, such as the Alps or Lake Constance. The purpose of this article is to work up this source with references to literature and contextual content, as well as to stimulate further research into the topic.

Li, Cho-ying: How and Why «Profit» Mattered in Chinese Hydraulic Reform in the Sixteenth and Early Seventeenth Centuries

Cho-ying Li

How and Why "Profit" Mattered in Chinese Hydraulic Reform in the Sixteenth and Early Seventeenth Centuries

The paper I presented at the 34th “History of Technology” conference on the 18th of November, 2011 will be published by “T’oung Pao” in 2012. While the title of my presentation at the conference is “How and Why ‘Profit’ Mattered in Chinese Hydraulic Reform in the 16th and Early 17th Centuries,” the title of my “T’oung Pao” article is “Beneficiary Pays: Forging Reciprocal Connections between Private Profit and Public Good in Hydraulic Reform in the Lower Yangzi Delta, 1520s–1640s.” “T’oung Pao” is one of the most prestigious sinology journals in the world. With the permission of its editor, Professor Pierre-Étienne Will of Collège de France, I would like to share the abstract of my article with the readers of Ferrum as follows.

Dieser Artikel ist auf Englisch erschienen. Deutsches Abstract:

Wie und warum «Gewinn» bei der chinesischen Hydraulikreform im 16. und frühen 17. Jahrhundert eine Rolle spielte

Am 18. November 2011 hielt ich anlässlich der 34. Konferenz zur Technikgeschichte ein Referat zum Thema «Wie und warum Profit ein wichtiges Anliegen der Wasserbaureform in China im 16. und frühen 17. Jahrhundert war». Dieses Referat wird 2012 im «T’oung Pao» unter dem Namen «Nutzniesserprinzip: Gegenseitige Beziehungen zwischen privatem Profit und dem Allgemeinwohl von Wasserbaureformen im unteren Delta des Yangzi, 1520–1640» veröffentlicht. «T’oung Pao» ist eine der weltweit renommiertesten Zeitschriften für Sinologie. Mit der Genehmigung des Herausgebers, Professor Pierre-Étienne Will vom Collège de France, möchte ich das Abstract dieses Artikels mit den Lesern von Ferrum teilen.

Rüthrich, Axel: Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung erzgebirgischer Bergstädte bis zum Beginn der Industrialisierung

Axel Rüthrich

Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung erzgebirgischer Bergstädte bis zum Beginn der Industrialisierung

Wasser ist eine essenzielle Grundlage allen Lebens und damit eine der wesentlichsten Ressourcen für den Menschen. Eine zentrale Rolle spielten Wasser und die Versorgung mit Wasser in der Stadt als Sammelpunkt und Lebensraum vieler Menschen. Oft war der leichte Zugang zum Wasser deshalb ein entscheidender Faktor bei der Wahl eines Standorts für eine neue Stadt. Der vorliegende Aufsatz untersucht die Geschichte der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung erzgebirgischer Bergstädte. Hier bestimmte die geografische Lage der Bodenschätze den jeweiligen Standort der neuen Stadt. Spezifische Charakteristika zeichneten sich deshalb in der Wasserbautechnik und im Umgang mit der Ressource Wasser für die Bergstädte ab. Die Untersuchung beschränkt sich im Folgenden auf die Zeit der Gründung von Bergstädten bis zum Beginn der Industrialisierung.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

Water supply and sewage disposal in mountain towns in the Erzgebirge up to the beginning of industrialisation

Water is essential for all forms of life and therefore one of the most valuable resources of mankind. Water and water distribution played a central role in the community, whether as a place for meeting or living. Hence, easy access to water was often the decisive factor in choosing a location for a new city. This essay examines the history of water distribution and effluent disposal in mountain towns in the Erzgebirge (Ore Mountains). Here, the geographical location of the mineral resources determined where a new town would be built. Consequently, specific characteristics had to be applied to the hydraulic engineering and how water was used in the mountain towns. The time frame of the study in the following is limited to the time during which the mountain towns were founded until the onset of industrialization.

Wellbrock, Kai: Das innerstädtische Wasserversorgungssystem des antiken Pergamon ...

Kai Wellbrock

Das innerstädtische Wasserversorgungssystem des antiken Pergamon
Spiegelbild der Stadtentwicklung?

Pergamon war in antiker Zeit eine blühende Metropole nahe der Westküste der heutigen Türkei in der historischen Landschaft Mysien. Aufgrund sehr trockener Sommermonate war die Wasserversorgung der Stadt stets kritisch. Am Beispiel des Areals der Stadtgrabung soll aufgezeigt werden, wie sich das Wasserversorgungssystem von der frühhellenistischen bis in die spätrömische Zeit entwickelt hat. Mögliche Parallelen zur Stadtentwicklung werden untersucht.

Dieser Artikel ist auf Deutsch erschienen. Englisches Abstract:

The inner-city water supply system of ancient Pergamon
A reflection of urban development?

In ancient times Pergamon was a thriving metropolis in the historic region of Mysia, near the west coast of modern Turkey. Because of the dry summer months, the city’s water supply was particularly critical. Using the city excavations as an example, this article aims to illustrate how the water supply system developed from the early Hellenistic to the late Roman period. Parallels to the development of the city will also be drawn.