Folge 7: Technologie der Giessereiformstoffe

Franz Hofmann: Technologie der Giessereiformstoffe. (Schaffhausen : Georg Fischer AG, 2. Auflage, 1966).

Erschienen im Februar 2016

Das Lieblingsbuch von Linda Streckfuss

Linda Streckfuss hat 2015 als Scholar in Residence eine Woche lang in der Eisenbibliothek für ihre Bacherlorarbeit im Fach Wirtschaftsingenieurwesen recherchiert. In der Arbeit geht es um die Implementierung von Methoden des maschinellen Lernens in der Eisengiesserei von GF Casting Solutions in Singen. An ihrem Lieblingsbuch fasziniert Linda die Komplexität der Herstellung von guten, zum Giessen geeigneten Grünsanden.

Die Leserin

Linda Streckfuss

… hat nach dem kaufmännischen Berufskolleg zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht und das Studium zur Wirtschaftsingenieurin angeschlossen. Seit Oktober 2014 ist sie bei GF in Singen: Zuerst als Praxissemesterstudentin und von Juni bis September 2015 als Bachelorantin – beides im Bereich Werkstofftechnik. Die Thesis war auch der Grund für den Aufenthalt in der Eisenbibliothek als Scholar in Residence, um dort eine fundierte Literaturrecherche durchführen zu können. Seit Oktober 2015 ist sie fest bei GF in Singen angestellt; zunächst arbeitete sie zwei Monate als Projektsachbearbeiterin für Qualitätsmanagement & Logistik und wechselte dann im Dezember 2015 wieder in die Werkstofftechnik als Assistentin.

Das Buch, in dem ich gerne mitspielen würde ...
Peter Ustinov: Der alte Mann und Mr. Smith 

Das Buch, von dem ich gerne eine Fortsetzung lesen würde ...
Bernard Cornwell: Der Heidenfürst (2014)

Das Buch, das momentan auf meinem Nachttisch liegt ...
Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges (2009)

Das Buch

Franz Hofmann: Technologie der Giessereiformstoffe. (Schaffhausen : Georg Fischer AG, 2. Auflage, 1966).

Mich fasziniert die Komplexität der Herstellung von guten, zum Giessen geeigneten Grünsanden. Einerseits interessieren mich die Rohstoffeigenschaften und deren Veränderungen im Formstoffkreislauf und andererseits die Auswirkungen auf die Gussteilqualität, d.h. die Fehlerneigung.

Das Buch «Technologie der Formstoffe» gibt eine gute Übersicht über die komplexe Welt von Grünsanden. Obwohl der Formstoff nur aus hauptsächlich vier Komponenten besteht, nämlich aus Quarzsand, Bentonit, Kohlenstoffträger und Wasser, ist es keine Selbstverständlichkeit einen geeigneten Grünsand herzustellen. Im Formstoffkreislauf spielen eine Vielzahl von Faktoren eine bedeutende Rolle.

Sandkreislaufsystem in einer Giesserei

Der Formstoff verändert sich im Kreislauf vom Mischen über das Formen, Giessen, Abkühlen, Auspacken und Wiederaufbereiten. Es bilden sich zu den vier genannten Grundkomponenten durch den Umlaufprozess und die dabei entstehende thermische, mechanische und chemische Belastung weitere Formstoffbestandteile, z.B. die oolithische Hülle aus totgebranntem Bentonit um das einzelne Quarzkorn sowie Schlämmstoffe und Inert-Stoffe.

Des Weiteren beeinflussen die Eigenschaften der Formstoffbestandteile das Verhalten des Formstoffs. Ein Beispiel ist der Quarzsand, der sich bei Temperaturen zwischen etwa 300 und 575 °C stark ausdehnt und auch seine Dichte ändert. Dieser Effekt muss durch die anderen Formstoffkomponenten kompensiert und bei der Zusammensetzung des Formstoffs beachtet werden.

 

Ausdehnungsverhalten von Sanden verschiedener mineralogischer Zusammensetzung, gebunden mit 5% Bentonit.

Das kleine Buch geht sowohl auf die einzelnen Komponenten von Grünsanden als auch auf den Formstoff als Ganzes und dessen Veränderungsprozess im Formstoffkreislauf ein. Am Ende wird ausserdem die Entstehung und Behandlung von Sandausdehnungsfehlern beschrieben.

Mich faszinieren besonders die Mechanismen und Wirkungsweisen der Formstoffbestandteile und deren Interdependenzen. Die Komplexität dieses System ist eine Herausforderung weitere Untersuchungen durchzuführen, um ein immer besseres Controlling und v.a. auch Fachwissen in der Formstoffsteuerung zu erreichen.