Axel Christoph Gampp

Magia Naturalis

Wissen als Emanationslehre in der Frühen Neuzeit


Ferrum 86/2014

From antiquity and well into the 18th century, macrocosmic thinking shaped the notion of a chain emanating from God that connects all visible and invisible phenomena. This so-called Golden Chain of Homer also underlies the idea of a magia naturalis, as was developed in modern times, for instance, by Giovanni Battista Della Porta. On the basis of an emanation theory of this kind, in which the transcendental can be inferred from the visible world, an attempt was made to correlate science and theology. In the 17th century, technology was explained in this perspective, before science and metaphysics were irrevocably severed in the 18th century.


Seit der Antike und bis weit ins 18. Jahrhundert hinein prägte das makrokosmische Denken die Vorstellung einer Kette, die von Gott ausgehend alle sichtbaren und unsichtbaren Phänomene verbindet. Diese sogenannte Goldene Kette Homers liegt auch der Vorstellung einer magia naturalis zugrunde, wie sie für die Neuzeit exemplarisch von Giovanni Battista Della Porta entwickelt wurde. Mit einer derartigen Emanationstheorie, wo von den sichtbaren Dingen auf das Transzendente geschlossen werden kann, geht der Versuch einher, naturwissenschaftliches Denken und Theologie aufeinander zu beziehen. Im 17. Jahrhundert wird auch die Technik in diesem Lichte gedeutet, bevor im 18. Jahrhundert die Trennung zwischen Naturwissenschaft und Metaphysik unüberwindbar wird.


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