Joining Nations

A History of the International Institute of Welding 1947-1990

Joining Nations

Wenn ein Buch auf dem Umschlag den Titel «Joining Nations» trägt, denkt man unweigerlich zuerst an internationale Politik, die UNO oder Diplomaten mit Fingerspitzengefühl. Sammelt die Eisenbibliothek politische Literatur? Tut sie nicht! Genauer gesagt: Sie tut es doch, wenn es sich um die Diplomatie der Schweisstechnik handelt!

Joining Nations

Über das Buch und das «International Institute of Welding»

Tatsächlich handelt das 1993 erschienene Buch «Joining Nations» von Philip Boyd von der Geschichte des «International Institute of Welding» (IIW) in den Jahren von 1947 bis 1990. «Joining Nations» wirft gewissermassen einen Blick auf die Diplomatie hinter der internationalen Entwicklung der Schweisstechnik.

Das IIW wurde 1948 von Gesellschaften und Verbänden aus 13 Ländern gegründet, darunter auch zwei Verbände aus der Schweiz, um die Entwicklung der Schweisstechnologie international zu vernetzen und zu standardisieren. Der Kalte Krieg machte sich bemerkbar, denn die Gründungsmitglieder waren allesamt westeuropäische Länder sowie die USA und Südafrika. Dass die Geschichte des IIW nicht ohne Komplikationen verlief und frei von Rückschlägen war, machen Kapitelüberschriften im Buch deutlich: «A first crisis and its aftermath, 1961-1964» oder «A diplomatic crisis and a period of further progress, 1965-1975».

Das IIW besteht bis zum heutigen Tage und hat seinen Sitz in Villepinte, nordöstlich von Paris. Mittlerweile sind im IIW Fachverbände aus 57 Ländern Mitglied, die sich in den diversen Technischen Kommissionen und Arbeitsgruppen des IIW engagieren. Das IIW publiziert die Fachzeitschrift «Welding in the World».

Wie kam das Buch in die Eisenbibliothek?

In die Eisenbibliothek ist das Buch als Teil einer Schenkung gelangt, die von der Bibliothek der Militärakademie an der ETH Zürich (MILAK) vermittelt wurde. Der Vorbesitzer war ehemals Chief Welding Engineer bei der ABB Power Generation Ltd. in Birr. Bei einem Buch, das vor wenig über 20 Jahren erschienen ist, sollte man nicht vermuten, dass es sich um eine besonders seltene Zimelie handeln könnte. Eine Recherche ergibt aber, dass «Joining Nations» weltweit in nur einer Handvoll Bibliotheken steht; auch eine digitale Kopie ist im Web nicht ohne weiteres zu finden. Die Eisenbibliothek wird sich auch zukünftig einsetzen, um solche Dokumente des technischen Erbes auch auf Papier langfristig zu erhalten und zugänglich zu machen.