42. Technikgeschichtliche Tagung 2020

Unternehmen Rohstoff. Natürliche Ressourcen in der Geschichte

13./14. November 2020 in Schaffhausen/Schlatt, Schweiz

Call for Papers

Deadline: 31. Januar 2020

Donnez_vos_fers_et_métaux"Gib uns Eisen und Metalle!" - Schrottwirtschaft im Zweiten Weltkrieg: Rohstoffbeschaffung durch Schweizer Schulkinder, 1942

Am 13. und 14. November 2020 findet im Klostergut Paradies in Schlatt bei Schaffhausen (Schweiz) die 42. Technikgeschichtliche Tagung der Eisenbibliothek (TGT) statt. Sie bietet seit 1978 jährlich eine ausgezeichnete Plattform des Austauschs zwischen Forschung, Lehre und Industrie. Die Referentinnen und Referenten sowie die geladenen Gäste kommen aus Universitäten, Bibliotheken, Sammlungen und Museen oder bringen ihre wirtschaftliche und industrielle Praxis ein. Die Bandbreite der Referate und ihr Aktualitätsbezug zeichnen diese internationale und interdisziplinäre Veranstaltung besonders aus.

Die Veranstaltung wird von der Eisenbibliothek, Stiftung der Georg Fischer AG, organisiert. Für die inhaltliche Gestaltung der Tagung verantwortlich ist der wissenschaftliche Beirat, dem Dr. Gisela Hürlimann (ETH Zürich), Prof. Dr. Reinhold Reith (Universität Salzburg) und Prof. Dr. Friedrich Steinle (TU Berlin) angehören.

Wir laden Interessierte aus Forschung, Vermittlung und Lehre ein, sich als Referentinnen und Referenten zu bewerben.

Tagungsthema 2020: Unternehmen Rohstoff. Natürliche Ressourcen in der Geschichte

Am Anfang vieler technischer Verfahren und wirtschaftlicher Prozesse steht die Entnahme von Materialien aus der natürlichen Umwelt. Ob Industrieunternehmen, Bauwirtschaft, Finanzdienstleistungen oder Medizin – alle sind an Rohstoffkreisläufen beteiligt. Rohstoffe werden aus Erde, Gestein und Gewässern geschürft, gesprengt und gepumpt, aus Pflanzen gewonnen und Tieren entnommen. Sie werden aufgeschlossen, zubereitet und chemisch verändert, neu kombiniert und vielfältig genutzt (oder vergeudet) oder auch umgeformt. Diese Prozesse waren bereits im Mittelalter auch mit Übernutzung und Nutzungskonflikten verbunden. Das 20. Jahrhundert brachte, vor allem seit den Fünfzigerjahren, einen dramatischen Anstieg des Ressourcenverbrauchs. Der andauernde Rohstoffhunger der globalisierten Wertwirtschaft und die Debatten ums «Anthropozän» haben natürliche Rohstoffe als materielle Basis unserer Gesellschaften in den Fokus verschiedener Disziplinen gerückt.

Daran möchte die Tagung anknüpfen. Sie lädt Forscher/innen ein, ausgehend von Stoffen wie Kohle, Gold, Öl, Kupfer oder seltenen Erden, aber auch von pflanzlichen und tierischen Ausgangsstoffen, die Gewinnung, Veredelung und Verräumung, Prospektion und Abbau, Handel, Transport und Verarbeitung oder auch Abfall, Emission oder Recycling in den Blick zu nehmen. Der im Kern technikhistorische Zugriff lässt unternehmens- und globalgeschichtliche Perspektiven ebenso zu wie umwelt- und sozialgeschichtliche. Kohle etwa war nicht nur zentraler Rohstoff der Industrialisierung, sondern ihre Gewinnung veränderte Landschaften, brachte ganze Kulturen hervor und war verantwortlich für den Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxidgehaltes. Und Palmöl, das in Lebensmitteln und Seife, in der Energie- und Metallproduktion andere Öle und Fette verdrängt hat, verweist über die Technikgeschichte hinaus auch auf kolonial- und agrargeschichtliche Verflechtungen.

Solche Beispiele illustrieren die vielfältigen historischen Perspektiven zum Thema Rohstoff, das auf der Tagung von der Antike bis in die Gegenwart behandelt werden kann. Ausdrücklich erwünscht sind auch Beiträge jenseits einer europäischen Perspektive. Vortragssprachen sind Englisch oder Deutsch.

Format

Die Vorträge können auf Englisch oder Deutsch gehalten werden. Tagungsunterlagen mit englischen Abstracts aller Referate werden von den Veranstaltern vorbereitet. Die Vorträge sollten 20 Minuten nicht überschreiten. Die Beiträge werden nach der Tagung in der von der Eisenbibliothek herausgegebenen Fachzeitschrift Ferrum publiziert.

Exposés

Interessierte Bewerberinnen und Bewerber sind herzlich eingeladen, ihr Exposé im Umfang von max. 3‘000 Zeichen (bzw. 400 Wörter) in Englisch oder Deutsch und einen aktuellen Lebenslauf bis zum 31. Januar 2020 in elektronischer Form an die Leiterin der Eisenbibliothek, lic. phil. Franziska Eggimann (franziska.eggimann@georgfischer.com), einzureichen.

Organisatorisches

Die Reisespesen der Referentinnen und Referenten sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Tagung werden von der Eisenbibliothek übernommen. Wir erwarten, dass die eingeladenen Referentinnen und Referenten an der gesamten Tagung teilnehmen.

Termine

Wir bitten Sie, Ihr Exposé bis zum 31. Januar 2020 einzureichen.

Die Auswahl der Referentinnen und Referenten erfolgt bis Ende März 2020.

Kontakt

Franziska Eggimann
Leiterin Eisenbibliothek und Konzernarchivarin Georg Fischer AG
franziska.eggimann@georgfischer.com